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Trachten

Nicht nur die Sprache sondern auch alte Bräuche werden durch unser Engagement am Leben erhalten. So erlebte beispielsweise der überlieferte Sylter Trachtentanz mit unserer Hilfe eine Renaissance.

Heute gibt es zwei verschiedene Gruppen - die Erwachsenen- und die Kindergruppe. Das dabei von den Erwachsenen getragene Broket Kaartel wurde in den 70ger Jahren einem Original nachgearbeitet, das heute im Sylter Heimatmuseum zu sehen ist.

Die Kinder tanzen in der Mädchentracht, die anhand alter Berichte und Zeichnungen rekonstruiert wurde.

Als Botschafter der Söl´ring Foriining und der Insel Sylt sind die Sylter         Trachtengruppen heute weit über die Grenzen Schleswig Holsteins heraus bekannt und beliebt.

 

Entstehung

Über drei Jahrhunderte hinweg lässt sich das Trachtenwesen auf Sylt verfolgen. Die ältesten Überlieferungen stammen aus den landeskundlichen Schriften von Heinrich Rantzau aus dem Jahre 1597, die darin enthaltenen Zeichnungen stammen aus der Zeit um 1575. Sehr detailliert berichtet Henning Rinken 1843 über die Trachten der Sylter Frauen. 1891 fügt Christian Jensen seiner Beschreibung der Trachten die Zeichnungen Heinrich Rieters von 1804 hinzu. Die Tracht war im Laufe der Zeit verschiedenen Veränderungen unterworfen, blieb in der Grundform jedoch bis in die Endphase um 1800 erhalten.

In den erfolgreichen Jahren der Handelsschiffahrt (1775 – 1807) zog in vermögenden Familien eine „Kapitänsfrauentracht“ ein. Manche Frau begleitete ihren Mann in die großen Hafenstädte und brachte die feineren Stoffe auf die Insel mit.

Der zunehmende Wohlstand bedingte aber auch das Ende der alten Bekleidungsformen. 1820 trat wohl zum letzten mal eine Braut mit „Hüüv“ vor den Traualtar. Auch die anderen traditionellen Bestandteile der Tracht wurden nach und nach abgelegt und durch städtische Mode ersetzt.

 

Bestandteile

Ruar Kaartel , das rote Kleid wurde zum Abendmahl und bei Begräbnissen getragen.

Broket Kaartel, festliches buntes Kleid zu besonderen Anlässen, wie etwa der Wiederkehr des Ehemannes von der Seefahrt.

Gulet Kaartel, das goldene Kleid wurde zur Hochzeit getragen und später weitergereicht.

Kardem, schwarzes Kleid für normale Sonntage.

Siist, Pelzrock für den Winter.

Lenensmok, in der Übergangzeit wurde unter dem Kleid ein kragenloses Gewand aus weißem Woll- oder Leinenstoff getragen.

Hüüv, schwarzsamtene Haube mit „Döpken“, goldenen Knöpfen, die bei Trauer mit einem Tuch verhängt wurden.

Verständnis Trachtengruppen 

Seit dem Fund einer Originaltracht gründete sich 1975 die Sylter Trachtengruppe der Sölring Foriining, in der die verschiedenen Trachten gleichberechtigt getragen werden.

30 Broket Kaartel, 50 Mädchentrachten, drei Kapitänsfrauentrachten, und 25 blaue resp. braune Trachten geben ein Bild Sylter Tradition für Einheimische und Gäste. Auf Reisen inner- und außerhalb Deutschlands wirken sie als „Botschafter der Insel“